About the ISMS

Join the  ISMS Meetings Articles Edible Mushrooms Newsletters


Volume 9 Part 1 Article 21
Year 1976
Title: Versuche zur Biotechnologischen Aufbereitung von Rinderflüssigmist zu Kultursubstraten für Höhere Pilze
Author: K. Grabbe

Abstract:

Das klassische Substrat für die Kultivierung des Champignons, Agaricus bisporus, ist Pferdemistkompost. Um den Ernteertrag zu steigern, werden während der Heißrotte leichtverwertbare Kohlenstoff- und Stickstoffquellen zugesetzt. Die weltweite Verteuerung der bisher verwendeten Handelsprodukte z.B. Baumwollsaatmehl und Sojaschrot fördert die Suche nach billigen Ausgangsmaterialien für die Substratbereitung bzw. -aufwertung. Hierbei richtet sich das Interesse vorzugsweise auf Abfallstoffe aus den verschiedensten landwirtschaftlichen Produktionsprozessen. So wird seit Jahren Hühnermist aufgrund seines hohen Stickstoffgehaltes mit Erfolg eingesetzt. Des weiteren werden Silage und Molke, Schweine- und Rindermist in die Untersuchungen einbezogen. Normalerweise fallen tierische Miste als Gemische aus Einstreu, Kot und Harn an. Bei der Massentierhaltung werden dagegen große Mengen an Schwemm- und Flüssigmisten produziert, deren umweltfreundliche und zugleich kostengünstige Beseitigung beträchtliche Schwierigkeiten bereitet. In zunehmendem Maße werden daher Möglichkeiten einer sinnvollen Weiterverwendung geprüft.

Die Grundlage der hier vorliegenden Arbeit war die Überlegung, daß Rinderkot zwar arm an Zellulose, jedoch reich an Ligninbestandteilen ist und somit als Nährsubstrat für den Champignon dienen könnte. In diesem Zusammenhang seien die Ergebnisse früherer Untersuchungen erwähnt (GRABBE, 1972a, 1973), die gezeigt hatten, daß im Verlauf der Substratbereitung eine Stickstoffestlegung in den Huminstoffen und im Ligno-Protein-Komplex stattfindet. Zur Frage der Biomassebildung ließ sich nachweisen (Abb. 1), daß überhöhte Aufwertungen mit mobilem Stickstoff nicht zu einem entsprechend hohen Stickstoffgehalt im spickfertigen Kompost führen. Dieser Befund bestätigte die Faustregel, daß die Einengung des C: N-Verhältnisses auf Werte unter 20:1 solange zur Freisetzung von Ammoniak führt, bis sich die Dissimilationsleistung der Mikroflora mit der Assimilation erneut ins Gleichgewicht gesetzt hat. Die Biomasse besitzt also eine dem Rottegrad bzw. dem Nährstoffangebot angepaßte Größenordnung und kann nicht beliebig vermehrt werden. Da der Einbau von Stickstoff in schwer verwertbare Fraktionen ebenfalls gewissen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, ist unter den gegenwärtig üblichen Bedingungen der Kompostierung dem Stickstoffgehalt im fertigen Kompost eine obere Grenze bei ca. 2.6% gesetzt. In der Praxis werden Gehalte zwischen 2.1 und 2.4% mit vernünftig dosierten Zuschlagsstoffen erreicht, was allerdings immer mit dem Verlust an häufig teuer eingekauftem Stickstoff verbunden ist. Bei der Verwendung von Rindermist ist zu erwarten, daß das reichlich vorhandene Ligno-Protein die einzelnen Rottephasen weitgehend stabil durchläuft und zur Bildung von Komposten gewohnter Qualität beiträgt.

Full text download: ISMS subscribers       ISHS members & pay-per-view
(PDF 384540 bytes)

Translate:

       

About the ISMS - Join the  ISMS - Meetings - Articles - Edible Mushrooms