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Abstract: An der "Proefstation voor de Champignoncultuur" in Horst begann im Jahre 1968 HASSELBACH mit der züchterischen Arbeit an A. bitorquis (Van de POL, 1971). Die ersten beiden Pilze, aus denen Gewebekulturen geschnitten wurden, waren von VISSCHER und VAANDRAGER beziehungsweise VISSCHER gefunden worden (HASSELBACH und MUTSERS, 1971). Wahrscheinlich handelt es sich bei A. bitorquis um die selbe Art, über die CAILLEUX, 1969 berichtet. CAILLEUX nannte seine Art "Psalliota subedulis". Auch der von POPPE in Kultur genommene Champignon, den er als "Psalliota edulis" bezeichnet (POPPE, 1972) gehört der selben Art an. Dies wurde von SINGER vom "Field Museum of Natural History" in Chicago/U.S.A. festgestellt, der Photos und Sporen beider Herkünfte (von POPPE und von der Proefstation Horst) verglich (RAPER, 1973, persönliche Mitteilung). SINGER schrieb, dass der Name "Agaricus bitorquis" älter sei als der Name "Psalliota edulis". Nach den Regeln der Nomenklatur ist dem zu Folge "A. bitorquis" der gültige Name. Wir hatten bei der Namensgebung BAS vom Rijksherbarium in Leiden um Rat gefragt. A. bitorquis bringt einige wertvolle Eigenschaften mit, die seine Kultur interessant machen. Die wichtigste ist die "Virusresistenz", die durch DIELEMAN-VAN ZAAYEN (1972) bei den von ihr untersuchten Wildherkünften fest gestellt wurde. Auch die Stossfestigkeit ist eine wertvolle Eigenschaft. Bei den Pilzen des Kulturchampignons Agaricus bisporus verfärben sich Druckstellen schnell bräunlich, während die Fruchtkörper von A. bitorquis auch an diesen Stellen weiss bleiben. Die Pilze von A. bitorquis sehen auch nach einigen Tagen Lagerung noch rein weiss aus. Sie sind aus diesem Grunde für den Frischverkauf besonders geeignet. In der Form sind sie kräftiger und gedrungener als die Champignons von A. bisporus (Abb. 1). Dass A. bitorquis bei höheren Temperaturen kultiviert werden muss als A. bisporus ist im Sommer und beim Anbau in warmen Ländern ein Vorteil. Für den Züchter ist die 4-Sporigkeit eine wertvolle Eigenschaft. Während A. bisporus in der Regel 2 Sporen je Basidie bildet, sind es bei A. bitorquis 4. Das bedeutet, dass die Sporen von A. bitorquis nur einen Kern enthalten und Einsporkulturen steril sind. Erst wenn die Hyphen zweier Einsporkulturen verschiedenen Geschlechtes fusionieren und sich "heterocaryotisches Mycel" gebildet hat, gibt es Fruchtkörper. Das bedeutet aber auch, dass man bei A. bitorquis systematisch kreuzen kann.
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